Koblenzer Sch├╝tzengesellschaft 1359 e.V.

Pistolenschießen

Auf dieser Seite werden die Sportarten behandelt, die in der Koblenzer Schützengesellschaft in den letzten Jahren eine Rolle spielten. Für alle hier aufgeführten Sportarten gilt, dass keine optischen Visiereinrichtungen wie Zielfernrohre benutzt werden dürfen. Die Disziplin Luftgewehr wird in der KSG nur vereinzelt geschossen, so dass sie nicht besonders dargestellt wird.

Luftpistole / mehrschüssige Luftpistole


Luftpistole (links) und mehrschüssige Luftpistole (rechts)

Luftpistolen sind einschüssige, durch Druckgas (Pressluft oder CO2) betriebene Waffen. Sie unterliegen zahlreichen Vorgaben, die durch die Sportordnung definiert sind. So beträgt die Abzugskraft minimal 5,00 N, die Maximalmasse der Waffe 1,5 kg und am Griff dürfen keine Teile die Hand vollständig umschließen. Der Erwerb der Waffe ist erlaubnisfrei (ab 18 Jahre kann jeder eine Luftpistole kaufen). Luftpistolen und Luftgewehre dürfen keine Geschossenergien entwickeln, die an der Mündung 7,5 Joule übersteigen. Das bedeutet bei den verwendeten Luftgewehrkugeln (Diabolos) eine maximale Mündungsgeschwindigkeit von rund 180 m/s.

Das Luftpistolenschießen ist ein wirklicher Volkssport. In jeder Garage kann theoretisch ein übungsstand eingerichtet werden. Viele Wettkämpfer trainieren daher auch außerhalb der Trainingszeiten von Vereinen privat. Dadurch entsteht hoher Konkurrenzdruck und ein entsprechend hohes Wettkampfniveau. Die Luftpistole ist die Grundlage aller Pistolendisziplinen. Im Freien ist Schießen mit der Luftpistole übrigens erlaubt, wenn ringsum ein Sicherheitsabstand von 200 m eingehalten werden kann.

Mehrschüssige Luftpistolen sind halbautomatische, durch Pressluft oder CO2 (Kohlendioxid) betriebene Waffen mit einer Kapazität von fünf Schuss. Halbautomatisch bedeutet, dass nach dem Durchladender Pistole 5 Schüsse hintereinander nur durch Betätigung des Abzuges abgegeben werden können. Das Spannen irgendwelcher Elemente der Pistole ist nicht notwendig. Einschränkungen durch die Sportordnung liegen hinsichtlich der Gestaltung des Griffes vor. Ab 2009 ist die Mindest-Abzugskraft auf 5 N festgelegt. Der Erwerb der Waffe ist erlaubnisfrei.

  • Munition: Luftgewehrdiabolos Kaliber 4,5 mm
  • Wettkampf Luftpistole: Schießen auf eine Entfernung von 10 m auf 10-kreisige Scheiben. Luftpistolenschießen ist Olympische Disziplin.
  • Wettkampf mehrschüssige LP: Unter Zeitbegrenzung wird auf fünf nebeneinanderliegende Klappscheiben geschossen. Aufgrund der geringen Munitionskosten kann ein intensives Training der Disziplin Sportpistole Teil Duell und der olympischen Schnellfeuerpistole erfolgen, soweit die Anlage vorhanden ist. Die KSG verfügt seit 1999 über eine solche Anlage.

Sportpistole Kleinkaliber



Sportpistole

Fünfschüssige, halbautomatische Pistole, die kompromisslos für das Scheibenschießen konstruiert ist. Sie unterliegt zahlreichen Einschränkungen, die durch die Sportordnung vorgegeben sind. So beträgt die Abzugskraft minimal 10,00 N, die Maximalmasse der Waffe 1,5 kg, und am Griff dürfen keine Teile die Hand vollständig umschließen. Für den Erwerb der Waffe muss eine Waffenbesitzkarte vorgelegt werden. Eine Waffenbesitzkarte wird auf Antrag vom Ordnungsamt ausgestellt. Der Antragsteller muss den Nachweis seiner Sachkunde und den Nachweis bringen, dass er regelmäßig am Sportschießen teilnimmt. Zusätzlich ist ein polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen.

  • Munition: .22 lfb (5,6 mm, Randfeuer)
  • Wettkampf: Geschossen wird auf eine Entfernung von 25 m auf 10-kreisige Zielscheiben. Der Wettkampf setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Im ersten Teil (Präzision) werden 15 Schuss auf eine Scheibe innerhalb von 20 Minuten abgegeben. Die Zehn hat einen Durchmesser von 50 mm. Im zweiten Teil (Duell) werden 15 Schuss auf eine Scheibe abgegeben. Pro Schuss ist die Scheibe nur 3 Sekunden sichtbar. Während dieser Zeit ist zu schießen. Danach ist die Scheibe 7 Sekunden unsichtbar und der Schütze hat in vorgeschriebener Wartestellung auf das nächste Erscheinen der Scheibe zu warten. Dieser Wettkampf ist für Frauen olympisch.

Freie Pistole

Einschüssige Pistole, keine Einschränkungen durch die Sportordnung, wenn man davon absieht, dass der Schuss nicht elektronisch oder sonst wie von außen oder mit der freien Hand ausgelöst werden kann. Der Erwerb der Waffe ist erlaubnispflichtig. Die Luftpistole ist vom Anspruch her die kleine Schwester der Freien Pistole und kleine Schwestern können ganz schön zickig und gemein sein. Die Freie Pistole und das Freigewehr verkörpern übrigens das traditionelle Schützenwesen. Es war immer sportliches Ziel des Schützen mit der modernsten Ausrüstung die höchste Ringzahl zu erreichen. Was sich heute Traditionsschießwesen nennt, ist mit dem Ausdruck "Nostalgieschießen" besser beschrieben.

  • Munition: .22 lfb (5,6 mm Randfeuer)
  • Wettkampf: Innerhalb von 60 Minuten werden 30 Schuss auf eine 50 m entfernte Scheibe geschossen. Die Zehn hat einen Durchmesser von 50 mm. Diese Disziplin ist neben der Olympischen Schnellfeuerpistole eine der anspruchvollsten Schießdisziplinen. Sie ist olympisch. Hier kann nur treffen, wer regelmäßig und intensiv trainiert.

Olympische Schnellfeuerpistole



Olympische Schnellfeuerpistole

Fünfschüssige, halbautomatische Pistole, die kompromisslos für das Scheibenschießen konstruiert ist. Einschränkungen aus der Sportordnung gibt es nur noch hinsichtlich der Abmessungen und der Lage des Laufes. Der Lauf der Pistole hat beim Schießen über der Handwurzel zu liegen. Der Erwerb der Waffe ist erlaubnispflichtig.

  • Munition: .22 short (5,6 mm kurz)
  • Wettkampf: Auf 25 m sind innerhalb einer Zeitspanne von 8, 6 und 4 Sekunden fünf nebeneinanderliegende Scheiben zu beschießen. Der Wettkampf ist olympisch. Diese Disziplin ist extrem trainingsaufwändig und durch den hohen Munitionsverbrauch auch teuer. Aber sie ist eine klassische Disziplin, die hohe Körperbeherrschung, Konzentrationsvermögen und Siegeswillen vereint, also alle wichtigen Elemente des Schießsportes umfasst. Bei der KSG kann diese Disziplin kostengünstig und effektiv mit CO2-Pistolen geübt werden. Hier noch eine Randbemerkung: Schnellfeuerpistolen können so speziell getunt werden, dass sie nur in der Hand des betreffenden Schützen zuverlässig funktionieren. Die klassische OSP, wie hier beschrieben, gehört heute nicht mehr zum olympischen Programm. Die Disziplin Schnellfeuer wird heute mit der normalen Sportpistole und der normalen Munition .22 lfb geschossen.